Vasektomie Kosten – damit müssen Sie rechnen

Eine Vasektomie oder Vasoresektion bezeichnet die Sterilisation beim Mann. Mit einem Pearl-Index von 0,1 – 0,3 ist die Vasektomie eine der sichersten Verhütungsmethoden. Bei dem kleinen ambulanten Eingriff werden die Samenleiter operativ durchtrennt. Zwei bis drei Monate nach der Vasektomie enthält das Ejakulat keine Samenzellen mehr – eine ungewollte Vaterschaft ist nahezu ausgeschlossen. Potenz sowie Erektions- und Ejakulationsfähigkeit werden dabei in keiner Weise beeinträchtigt.

 

Vasektomie – Kosten der Verhütungsmethode

Die Vasektomie Kosten orientieren sich an der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und lassen sich nur schwer pauschal angeben. In der Regel bewegen sich die Kosten für eine Vasektomie durchschnittlich zwischen 400 und 600 Euro. Wie hoch die Vasektomie Kosten konkret im Einzelfall sind, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Die Gesamtkosten für die Behandlung setzen sich aus den jeweils erbrachten einzelnen Leistungen zusammen. Hier sind eine ganze Reihe verschiedener Kostenfaktoren zu berücksichtigen.

 

Voruntersuchung und Narkose

Vor dem eigentlichen Eingriff fallen Kosten für entsprechende Voruntersuchungen an. Dazu gehören in der Regel eine Ultraschalluntersuchung der Hoden sowie eine Blutabnahme, um die Eignung für den Eingriff zu überprüfen. Auch die Prämedikation – also vor dem Eingriff einzunehmende Medikamente – ist ein zu berücksichtigender Kostenfaktor. Meistens wird eine Vasektomie in örtlicher Betäubung vorgenommen. Entscheidet sich der Patient für andere Narkoseverfahren wie Dämmerschlaf oder Vollnarkose, fallen die Vasektomie Kosten entsprechend höher aus.

 

Arzthonorar und Kosten für Fachpersonal

Nicht jeder Arzt besitzt dieselbe Qualifikation und Erfahrung in der Durchführung einer Vasektomie. Diese Unterschiede finden sich in den jeweiligen Honoraren wider. Auch der Einsatz von Fachpersonal und, falls nötig, eines Anästhesisten sind Teil der Vasektomie Kosten. Nicht zuletzt fließt auch die Nutzung des Behandlungsraums und der entsprechenden Technik wie des speziellen Mikroskops mit ein. Diese Vasektomie Kosten erhöhen sich, wenn der Eingriff am Wochenende durchgeführt wird.

 

Kosten für den Eingriff

Die Vasektomie Kosten unterscheiden sich je nach angewandter Technik und dem Schwierigkeitsgrad des Eingriffs. Manche Urologen arbeiten nach der No-Scalpel-Technik. Anders als beim klassischen Verfahren verschafft sich der Arzt bei dieser Methode nicht mit dem Skalpell Zugang zu den Samenleitern. Er bedient sich stattdessen einer speziellen spitzen Klemme, die die Haut vorsichtig durchsticht und die entstandene Öffnung anschließend leicht aufspreizt. Hier ist nach dem Eingriff kein Vernähen der Wunde erforderlich – die kleine Öffnung schließt sich rasch von selbst. Die Vasektomie Kosten für einen Eingriff nach diesem Verfahren können etwas höher liegen. Sie betragen durchschnittlich 600 Euro. Kosten für stationären Aufenthalt fallen nicht an, da der Patient die Klinik nach dem ambulanten Eingriff wieder verlässt.

 

Kontrolluntersuchungen nach der Sterilisation

Da sich bis zu 3 Monate nach dem Eingriff noch Samenzellen im Ejakulat befinden können, sind nach der Vasektomie 2 – 3 Kontrolluntersuchungen erforderlich. Dabei wird ein sogenanntes Spermiogramm erstellt, bei dem der Samenerguss auf vorhandene Spermien untersucht wird.

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Wer trägt die Vasektomie Kosten?

Eine Vasektomie ist nach Sichtweise der gesetzlichen Krankenkassen Bestandteil der persönlichen Lebensplanung und muss daher in vollem Umfang vom Patienten selbst getragen werden. Die Krankenkassen übernehmen eine Sterilisation beim Mann nur, wenn dies medizinisch erforderlich ist. Dazu muss ein ärztliches Gutachten vorliegen, das die Notwendigkeit einer Vasektomie bescheinigt. Auch Privatpatienten können nur in den seltensten Fällen mit einer Kostenübernahme durch den Versicherungsträger rechnen. Hier legen private Krankenkassen dieselben Maßstäbe an wie gesetzliche Krankenkassen.

 

Keine Ausnahmen von der Regel

Auch Menschen, die Sozialhilfe erhalten, können nicht auf eine Kostenübernahme – auch nicht in Teilen – hoffen. Laut Sozialgesetzbuch (SGB XII § 49) gilt dasselbe wie bei den gesetzlichen Krankenkassen: Es muss eine Erkrankung vorliegen, die eine Unfruchtbarmachung medizinisch erforderlich macht. Anders sieht es mit den Folgekosten bei eventuell auftretenden Komplikationen aus. Dann übernehmen die Krankenkassen in bestimmten Fällen einen Teil der für die Folgebehandlung anfallenden Vasektomie Kosten.

Auch wenn der Patient die Kosten für eine Sterilisation selbst übernehmen muss, ist es nicht empfehlenswert, die Auswahl des Facharztes alleinig vom Kostenfaktor abhängig zu machen. Das Augenmerk sollte eher auf der Anzahl der bereits durchgeführten Eingriffe und der Qualifizierung des Arztes liegen. Falls Sie noch auf der Suche nach einem geeigneten Urologen sind, können Sie sich auf unserer Seite “Vasektomie-Zentren” nach qualifizierten Urologen in Ihrer Nähe erkundigen. Bei diesem können Sie sich dann noch genauer über die Vasektomie Kosten informieren.

Bei der Kostenfrage gilt es allerdings zu bedenken, dass es sich bei der Vasektomie um eine dauerhafte Verhütungsmethode handelt, die nach der Sterilisierung andere Verhütungsmittel überflüssig macht und keine Kosten mehr verursacht. Nicht zuletzt sind die Kosten im Vergleich zu einer Sterilisierung bei der Frau relativ gering.

 

Sterilisierung Mann oder Frau – nicht nur eine Kostenfrage

Während die Vasektomie Kosten bei durchschnittlich 400 – 600 Euro liegen, kann die Sterilisation bei der Frau mehr als 1.000 Euro kosten. Das ist nicht verwunderlich – denn eine sogenannte Tubenligatur, bei der beide Eileiter abgebunden werden, ist ein weit komplexerer Eingriff. Eine Tubenligatur wird mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) oder einer offenen Bauch-OP durchgeführt und erfordert eine Vollnarkose. Dies bedeutet eine enorme gesundheitliche Belastung für die Frau. Auch liegen die Risiken bei dieser Operation weit höher als bei einer ambulant mit Lokalanästhesie durchgeführten Vasektomie. Zu den Risiken gehören unter anderem permanente Blutungsstörungen, die in letzter Konsequenz häufig ein Entfernen der Gebärmutter erfordern.

 

Unerwünschte Auswirkungen bei der Frau

Bei der Sterilisation der Frau gibt es noch weitere wichtige Aspekte zu bedenken. Mitunter stellen die Eierstöcke ihre Arbeit ein und produzieren keine Sexualhormone mehr. Das kann zu einem vorzeitigen Einsetzen der Menopause mit den bekannten negativen Auswirkungen führen. Frauen, die früh in die Wechseljahre kommen, tragen zum Beispiel ein erhöhtes Risiko, an Osteoporose zu erkranken. Doch nach einer Sterilisierung leidet oft nicht nur der Körper, sondern auch die Seele der Frau. Nicht selten hat der Eingriff depressive Verstimmungen und eingeschränkte Libido zur Folge – die Lust am Sex geht verloren. Es gilt also, vor einer Entscheidung sorgfältig Pro und Kontra beider Eingriffe abzuwägen.

 

Ist eine Vasektomie teurer als andere Verhütungsmethoden?

Da die Krankenkassen nicht für die Vasektomie Kosten aufkommen, ist die Entscheidung für eine Sterilisation mit Kosten verbunden, die vom Patienten aufzubringen sind. Allerdings ist die dafür veranschlagte Summe nur einmal fällig und erspart die Kosten für künftige Empfängnisverhütung. Auf lange Sicht erweist sich die Vasektomie als eine der günstigsten Methoden zur Empfängnisverhütung.

 

Vasektomie Kosten im Vergleich zu anderen Verhütungsmitteln

Gehen wir von monatlichen Ausgaben von 16 Euro für die Pille aus, amortisieren sich die Vasektomie Kosten bereits nach 2 – 3 Jahren. Auch mechanische Verhütungsmittel wie Kondome haben auf die Dauer ihren Preis und bieten leider auch nicht immer die erwünschte Sicherheit. Verhütungsmittel wie Spirale oder Hormonstäbchen müssen alle paar Jahre ausgetauscht werden. Dann wird jedes Mal erneut der nicht unerhebliche Anschaffungspreis von etwa 200 Euro fällig – plus Kosten für das Einsetzen. Andere Antikonzeptiva wie das Diaphragma sind zwar relativ preisgünstig und lassen sich mehrere Jahre nutzen, müssen jedoch vor jedem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden. Außerdem bieten sie nur zusammen mit chemischen Spermiziden Sicherheit, die ebenfalls mit etwa 10 Euro pro Tube zu Buche schlagen.

 

Sterilisation rückgängig machen

Was tun, wenn sich eine Vasektomie trotz reiflicher Überlegung für den Mann irgendwann als Fehler erweist? Dank modernster Operationsmethoden ist es heute möglich, eine Vasektomie wieder rückgängig zu machen. Allerdings gelingt dies nicht in allen Fällen. Die sog. Refertilisierung bzw. Vasovasostomie verlangt große Expertise und erfordert einen komplizierten mikrochirurgischen Eingriff. Die Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt und hat zum Ziel, den Mann wieder zeugungsfähig zu machen. Bei dem Eingriff werden die durchtrennten Samenleiter wieder zusammengeführt und in mehreren Gewebeschichten mikrochirurgisch miteinander vernäht.

 

Wie hoch sind die Kosten für eine Refertilisierung?

Die Kosten für eine Refertilisierung können stark variieren und liegen bei 2.000 – 6.000 Euro. Wie kommt dieser erhebliche Unterschied zu den Vasektomie Kosten zustande? Hier sind zunächst verschiedene Verfahren zu nennen, die je nach gegebenen Voraussetzungen zur Anwendung kommen. In den meisten Fällen kann eine Vasovasostomie durchgeführt werden. Dabei verbindet der Spezialist die durchtrennten Samenleiter wieder miteinander. Erweisen sich die Samenleiter während des Eingriffs als undurchlässig und damit als nicht funktionsfähig, nimmt der Arzt eine Tubulovasostomie vor. Dabei legt der Urologe eine Art Bypass. Er stellt eine direkte Verbindung zu den Nebenhoden her, wo die Spermien produziert werden. Diese Methode ist sehr viel zeitaufwendiger und komplizierter. Der Eingriff wird nur von wenigen Operateuren in spezialisierten Refertilisierungszentren durchgeführt. Entsprechend höher sind die Kosten – allerdings ist dort auch die Erfolgschance höher.

Des Weiteren hängen die Gesamtkosten davon ab, ob der Eingriff ambulant oder stationär durchgeführt wird und welche Narkoseart zum Einsatz kommt. Wie bei einer Vasektomie sind auch Voruntersuchung und Nachbehandlung ein Kostenfaktor. Außerdem fallen Kosten für die Nutzung des OP-Saals, der damit verbundenen Technik, Nahtmaterial etc. an. Nicht zuletzt sind häufig auch Reisekosten einzuplanen, da nur wenige spezialisierte Urologen diesen Eingriff durchführen.

 

Fazit:

Eine Vasektomie ist trotz des kurzen ambulanten Eingriffs keine Kleinigkeit und will gut überlegt sein. Auch wenn grundsätzlich die Möglichkeit zur Wiederherstellung der Fruchtbarkeit besteht, kann kein Arzt den Erfolg garantieren. Wer sich für eine Sterilisierung entscheidet, sollte deshalb unter Umständen eine vorherige Kryokonservierung – ein Einfrieren seiner Samenzellen – erwägen. Denn die persönliche Lebenssituation kann sich jederzeit ändern, auch wenn die Familienplanung bereits abgeschlossen scheint.

Nicht zuletzt birgt jeder Eingriff – mag er noch so unkompliziert sein – gewisse Risiken und Nebenwirkungen. Trotzdem ist die Vasektomie eine der sichersten und günstigsten Verhütungsmethoden und hat sich für viele Männer bewährt. Ein Vorgespräch mit einem erfahrenen Urologen kann letzte Zweifel klären und wichtiger Teil der Entscheidungsfindung sein. Die von uns aufgelisteten Vasektomiezentren bieten spezialisierte Urologen, die diesen Eingriff täglich durchführen und entsprechend viel Erfahrung mitbringen. Hier finden Sie ein Vasektomie Zentrum in Ihrer Nähe.