Die Sterilisation beim Mann

Die Sterilisation des Mannes, die auch als Vasektomie bezeichnet wird, erfolgt durch die Durchtrennung der beiden Samenleiter im Hodensack. Produzierte Spermien können durch diese Trennung nicht mehr in die Samenflüssigkeit gelangen. Der Mann sollte sich nur sterilisieren lassen, wenn kein Kinderwunsch mehr besteht und die Familienplanung bereits abgeschlossen ist.

 

Was geschieht bei der Sterilisation beim Mann?

Die Sterilisation beim Mann gehört zu den sichersten Methoden der Empfängnisverhütung. Sie wirkt sich in keiner Weise auf die Hormonproduktion aus. Die Spermien und die Hoden werden ebenso wenig beeinflusst. Da durch die Operation die beiden Samenleiter durchgetrennt werden, können keine Spermien mehr in das Ejakulat hineinfließen. Sie werden vom Körper aufgenommen und abgebaut. Dieser Prozess geschieht vollkommen unbemerkt und verursacht keinerlei Schmerzen. Eine Sterilisation beim Mann ist nicht vergleichbar mit einer Art Kastration. Denn dabei werden die Hoden bei einer Operation komplett entfernt oder es wird ein Mittel zugeführt, dass die Funktion der Hoden hormonell unterbindet.

 

Was ändert sich durch die Sterilisation bei Männern?

Die Sterilisation beim Mann hat keinen unmittelbaren Einfluss auf das Steifwerden des Penis nämlich die Erektion. Das Lustempfinden bleibt erhalten. Bei der Menge des Ejakulats wird der sterilisierte Mann ebenfalls keinen Unterschied feststellen können. Denn die winzige Menge von fünf Prozent, den die Spermien ausmachen fällt kaum ins Gewicht. Doch es kann nach der Operation zu einer Änderung im Seelenleben kommen, die Probleme verursacht. Die Vor- und Nachteile der Sterilisation beim Mann sollten daher im Vorfeld genau abgewogen werden. Auch die Partnerin sollte bei der Entscheidung mit einbezogen werden, da sie ein wichtiger Teil des sexuellen Lebens des Paares ist. Der Mann sollte sich mit seinem Entschluss zur Operation letztendlich gut fühlen.

 

Wie erfolgt die männliche Sterilisation?

Die Sterilisation beim Mann kann in den meisten Fällen ambulant und mit einer örtlichen Betäubung durchgeführt werden. Der zuständige behandelnde Arzt ist ein Urologe, daher sollte die Operation in einer urologischen Praxis erfolgen. Die Dauer der Operation beträgt circa eine halbe Stunde. Die Samenleiter im Hodensack können durch diese verschiedenen Operationsverfahren durchgeführt werden.

 

Minimalinvasives Operationsverfahren für die Sterilisation beim Mann

Bei der minimalinvasiven Methode bei der Sterilisation beim Mann werden die Hodensackhaut und die Samenstranghüllen lediglich etwas angeritzt, damit sie besser gespreizt werden kann. Damit bekommt der Operateur Zugang zu den Samenleitern. Durch dieses Verfahren kommt es nur zu geringen Folgenerscheinungen wie leichten Blutergüssen. Eine längere Wundheilungszeit braucht nicht eingeplant zu werden. Durch das kleine Loch werden die beiden Samenleiter ein kleines Stück herausgezogen. Danach werden sie durchtrennt. Die losen Enden der Leiterbahnen werden sodann durch Hitze, Abbinden oder chemische Substanzen verschlossen. In einigen Fällen werden Clips aus Titan zum Verschließen verwendet. Danach verlegt der Chirurg die Enden in unterschiedliche Gewebeschichten des Hodensacks, um ein Zusammenwachsen zu verhindern. Am Ende der Operation können die entstandenen offenen Stellen mit kleinen Pflastern verklebt werden.

 

Ein weiteres Operationsverfahren für die Sterilisation bei Männern

Bei einem anderen Verfahren für die Sterilisation beim Mann werden größere Schnitte gemacht, um besser an die Samenleiter zu kommen. Diese werden während der Operation nicht nur durchgetrennt, sondern der Urologe kürzt sie auch noch um einen Zentimeter. Beide Operationsmethoden gelten als sicher. Der Patient braucht nach beiden Eingriffen ein bis zwei Wochen Erholungszeit.

 

Muss eine Kontrolle erfolgen?

Im Abstand von mehreren Monaten muss überprüft werden, ob sich noch Samen im Ejakulat befinden. Denn der sterilisierte Mann kann nach der Operation noch Kinder zeugen. Das ist bedingt durch Samen, die sich hinter der Schnittstelle befinden und zunächst ausgestoßen werden müssen. Bis die vollständige Unfruchtbarkeit beim Mann eintritt, kann es mehrere Monate dauern. In den meisten Fällen sind nach ungefähr 20 Samenergüssen keine Spermien mehr im Ejakulat zu finden. Bei den Nachkontrollen wird ebenfalls untersucht, ob die Samenleiter gegebenenfalls wieder zusammengewachsen sind.

 

Wie sicher ist die Sterilisation beim Mann ?

Die Sterilisation beim Mann gehört zu den zuverlässigsten Verhütungsmethoden, die es für den Mann derzeit auf dem Markt gibt. Eine höhere Sicherheit kann noch durch eine besonders fachgerechte Durchführung der Operation sowie eine gründliche Kontrolle im Nachhinein erreicht werden. Dadurch wird die Methode zu beinahe einhundert Prozent sicher. Den Statistiken zufolge kommt es bei 50 bis 500 von 10.000 Patienten zu einer sogenannten Rekanalisierung. Damit ist das Zusammenwachsen der vorher durchgetrennten Samenleiter gemeint. Daher kommt den Nachkontrollen eine immense Wichtigkeit zu, die solche Fälle frühzeitig aufdeckt. Im Nachhinein sollten daher mindestens zwei Nachkontrollen erfolgen. Bis dahin muss auf andere Verhütungsmethoden zurückgegriffen werden. Erwähnenswert ist ebenfalls die Risikoquote nach einigen Jahren, in denen es ebenfalls unter ungünstigen Umständen zu einer Rekanalisierung und somit zu einer ungewollten Schwangerschaft der Partnerin kommen kann. Das sind sehr seltene Fälle, die Schätzungen zufolge drei bis 120 von 10.000 Patienten betreffen.

 

Sterilisation Mann: Die Vor- und Nachteile

Vorteile der Sterilisation beim Mann

  • Die fachgerecht durchgeführte Sterilisation beim Mann hat einen hohen Sicherheitsfaktor, der Pearl Index liegt bei 0,1.
  • Die Sterilisation beim Mann hat in der Regel keine Einflüsse auf die Libido des Mannes sowie auch nicht auf die Potenz.
  • Bei der Konstistenz und des Aussehens bezüglich der Samenflüssigkeit wurde von dem Patienten bisher keine Änderung bemerkt.
  • Die Erektion sowie die Hormonproduktion bleiben wie vor der Operation bestehen. Der Sexualtrieb verändert sich nicht.
  • Die Sterilisation Mann vs Frau ist wesentlich unkomplizierter.

 

Nachteile der Sterilisation bei Männern

  • Vasektomie kann unter schwierigen Bedingungen wieder rückgängig gemacht werden. Eine weitere Operation muss durchgeführt werden.
  • Psychische Probleme können nach der Sterilisation beim Mann auftreten.
  • Für die Sterilisation beim Mann fallen Kosten an, diese muss der Patient selber bezahlen. Die Kosten für die Operation können bis zu 500 Euro betragen.

 

Erfahren Sie hier alles über die Sterilisation bei der Frau.

 

Kann man die Sterilisation beim Mann rückgängig machen?

Durch den Einsatz von mikrochirurgischen Verfahren ist es in vielen Fällen möglich, die Vasektomie rückgängig zu machen. Dabei werden die durchtrennten Samenleiter wieder miteinander verbunden. Nach diesem Verfahren kann es jedoch sein, dass der Mann unfruchtbar bleibt. Die Spermienproduktion kann sich in der Zwischenzeit aus unterschiedlichen Gründen verschlechtert haben oder sie wurde ganz eingestellt. Die Operation zur Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit, die auch Refertilisierung genannt wird, ist ein aufwendiges Verfahren. Dabei muss eine Vollnarkose vorgenommen werden. Der Eingriff dauert ungefähr zwei Stunden.

 

Gibt es Argumente gegen den Eingriff der Sterilisation beim Mann ?

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) rät von einer Sterilisation beim Mann ab, falls der Mann keine Partnerin sowie keine Kinder hat. Auch das Alter kann ein Grund zur Kontraindizierung sein. Männern unter 30 Jahren wird der Eingriff nicht empfohlen. Bei chronischen Schmerzen, die sich im Bereich der Hoden zeigen sowie bei dem Bestehen von allgemeinen Erkrankungen wird von der Sterilisation beim Mann abgeraten. Falls eine schwere seelische Krise oder Krankheit besteht, sollte die Sterilisation beim Mann ebenfalls nicht ausgeführt werden.

 
Unter unserer Rubrik “Vasektomie Zentren” können Sie sich nach einem geeigneten Urologen in Ihrer Nähe umsehen.